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Long Short Momentum Swap – Landgericht Wuppertal verurteilt Deutsche Bank

Juni 27th, 2012 | Posted by admin in Kapitalmarktrecht | Swap
Die Deutsche Bank wird derzeit von Anlegern auf Schadensersat verklagt.

Der Long Short Momentum Index Swap der Deutschen Bank beschäftigt derzeit Rechtsanwälte und Gerichte. Es gibt bereits erste Urteile.

„Strukturierter EUR-Zinsswap mit Koppelung an den Deutsche Bank Long Short Momentum (EUR) Index“, kurz „Long Short Momentum Swap“ (LSM-Swap) heißt ein Derivat der Deutschen Bank, mit dem der Kunde auf die Entwicklung eines von der Deutschen Bank erdachten Index spekuliert. Viele Kunden haben mit dem Long Short Momentum Index starke Verluste erlitten die – je nach Bezugsbetrag – in die Hunderttausende gehen. Nach der Ansicht von Rechtsanwalt Dr. Louis Rönsberg, der durch Long Short Momentum Swaps geschädigte Anleger vertritt, sind der Deutschen Bank bei der Beratung massive Fehler unterlaufen. Der Fachanwalt für Bankrecht und Kapitalmarktrecht hat daher für mehrere Kunden der Deutschen Bank auf Schadenersatz geklagt.

Nach Ansicht des Swap-Experten hätte die Deutsche Bank den Long Short Momentum Swap nur solchen Kunden anbieten dürfen, die an einer reinen Spekulation mit überwiegender Verlustwahrscheinlichkeit interessiert waren. Zudem hätte die Deutsche Bank ihre Kunden im Rahmen der Beratung darüber aufklären müssen, dass der Long Short Momentum Swap bereits bei Vertragsschluss einen anfänglichen negativen Marktwert zu seinen Lasten hatte und dass die Deutsche Bank daher bei der Beratung einem Interessenkonflikt unterlag. So sah dies auch der Bundesgerichtshof hinsichtlich der Beratung zu einem CMS Spread Ladder Swap und verurteilte die Deutsche Bank mit Urteil vom 22.03.2011 (Aktenzeichen XI ZR 33/10) vollumfänglich zum Schadenersatz.

Diese Rechtsprechung zum CMS Spread Ladder Swap haben mittlerweile verschiedene Instanzgerichte auch auf den Long Short Momentum Swap angewendet. So hat etwa das Landgericht Wuppertal die Deutsche Bank mit Urteil vom 18.01.2012 (Aktenzeichen 3 O 270/11) zum Schadenersatz verurteilt und dabei festgestellt, dass diese den Kunden über  den anfänglichen negativen Marktwert des Long Short Momentum Swap (LSM Swap) hätte aufklären müssen. Das Landgericht stellte weiter fest, dass die Pflichtverletzung der Deutschen Bank auch schuldhaft erfolgte und nicht auf einem vermeidbaren Rechtsirrtum beruhte. Die Deutsche Bank hätte seit dem Jahr 2006 (Kickback-Urteil) erkennen können, dass sie auch beim Long Short Momentum Swap zur Aufklärung des Anlegers über den anfänglichen negativen Marktwert verpflichtet war.

Eine weitere Pflichtverletzung der Deutschen Bank sieht Fachanwalt Dr. Rönsberg darin verwirklicht, dass im Rahmen der Präsentationen zum Long Short Momentum Swap der Eindruck erzeugt wurde, der dem Long Short Momentum Swap zugrundeliegende Long Short Momentum Index bestehe bereits seit 1995 und habe sich in den vergangenen Jahre konstant positiv entwickelt. Tatsächlich hat die Deutsche Bank den Long Short Momentum (EUR) Index jedoch erst 2007 ersonnen und lediglich zurückgerechnet. Auch darüber hätte die Deutsche Bank ihre Kunden aufklären müssen.

Rechtsanwalt Dr. Louis Rönsberg steht für unverbindliche Rückfragen zum Thema Long Short Momentum Swap gerne zur Verfügung.

 

Dr. Louis Rönsberg | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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